Korken oder Drehverschluss?
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Irgendwie gehört der Korken halt immer noch dazu... Das Öffnen der Flasche geht einfach so ratz-fatz mit Drehverschluss... :-)
Was ich aber nicht verstehe: In einem ausgiebigen Stern-Artikel zum Thema wurde erwähnt, dass die Schraubverschlüsse eher für die jung-zu-trinkenden Weine sind und der Korken weiterhin für die lagerungsfähigen Weine am besten passt. Gerade aber jene sind oftmals auch die teureren, wo der Korkdefekt dann richtig weh tut?
Stuart Pigott sagte in einem Interview einmal, dass das Reifungsargument pro Kork nicht zählen würde. Der Wein würde nicht atmen, sondern verdunsten. Und das würde man weder bei einem jungen noch alten Wein wollen.
Und dem Gedanken mit einem schlechten Korken bei teuren Weinen kann ich nur folgen. Deshalb haben wohl auch schon die ersten hochklassigen Bordeaux auf Drehverschluss umgestellt. Ist einfach sicherer. Wer will schon einen Wein 10 Jahre lagern um dann festzustellen, dass der Korken schadhaft war. ;-)
Ich kenne keinen Hersteller von Drehverschlüssen, der eine Lagerung von mehr als 5 Jahren mit seinem Verschluß garantiert. Meinen Bordeaux würde ich also nicht mit Drehverschluß kaufen ... es sei denn er ist für jetzt gleich ;-).
Warum ist das so? Weil der "Drehverschluß" kein reiner Metallverschluß ist, sondern i.d.R. eine Platte aus Verbundkunststoff zum Flaschenverschluß im Deckel enthält. Weiterhin wird das im Verschluß verwendete Aluminium mit einem speziellen Lack versiegelt, Aluminium darf nämlich nicht mit Lebensmitteln in Kontakt treten (Gefahr der Herauslösung giftiger Stoffe).
Als Weinhändler bin ich wahrlich auch kein Freund des Korkens aber bei der Lagerung gibt es dezeit kaum Alternativen. Auch beim "Glasverschluß" ist eine Silikonlippe unklarer Haltbarkeit im Spiel ...
Kurzum: Für alles was innerhalb einiger weniger Jahre getrunken werden soll: Warum nicht. Aber ich würde die Flaschen mit solchen Verschlüssen lieber stehend lagern (tun wir zum Beispiel auch in unserem Lager ...)
Geben Hersteller von Korken denn Garantie auf Ihre Verschlüsse? Und umfasst eine solche Garantie einen durch den Korken versauten Wein?
Ein Kunststoffverschluss wird doch sicher einiges aushalten. Immerhin gibt es Unmengen an Weinen welche damit arbeiten und auch von vor 2005 sind. Notfalls muss man die Probe machen und den Wein öffnen. ;-)
@Alex: Nein die Korkenhersteller geben auch keine Garantien ;-). Aber Winzer können sich gegen Korkschmecker (und andere Probleme) versichern und erhalten dann eine Erstattung (wir hatten schon einen solchen Fall).
Allein von der Tatsache, dass etwas "von vielen praktiziert wird" würde ich im übrigen noch nicht ableiten dass es a) gut oder b) unbedenklich ist. Da Wein zudem säure- und alkoholhaltig ist (bekanntermaßen beides gute Lösunsgmittel), ist es noch etwas schwieriger Kunststoffe und Beschichtungen hier dauerhaft resistent zu gestalten und sicherzustellen, dass nichts in den Wein übergeht (die hier evtl. übergehenden Stoffe sind i.d.R. geschmacksneutral, d.h. "merken" wird man es nicht ...). Verbundstoffe sind dabei stets problematischer als homogene Materialien.
Ich persönlich möchte einfach keine Stoffe in meinem Wein, die da nicht reingehören. Schon gar keine hormonähnlichen Verbindungen wie sie leider im Zusammenspiel mit fragwürdigen Kunststoffen und Klebern entstehen können. Da nehme ich dann doch lieber mal einen Korkfehler in Kauf.
Auch dass dann eher ein Grund Weine mit evtl. "nicht ganz unproblematischen" Verschlüssen zeitnah zu konsumieren, da stimme ich Mutz voll und ganz zu ;-).
In der Praxis hatten wir übrigens bisher weder mit Schrauber noch mit Silikon jemals Probleme oder Korkschmecker ... mit Kork natürlich schon ...
Übrigens: Kork ist nicht gleich Kork. Massiver Vollkork oder wenigstens Presskorken mit ausreichend dicker Vollkorkdeckscheibe sollten es am besten sein. Reine Presskorken halte ich persönlich wg. der darin i.d.R. verwendeten fragwürdigen Kleb- und Zusatzstoffe für problematisch.
Zur Haltbarkeit: Lassen Sie Sich vom Jahrgang nicht täuschen. Jg. 2005 muss z.B. nicht heißen, dass der Wein auch 2005 abgefüllt wurde.
Hallo, es gibt natürlich für ALLES Vor und Nachteile.
In der Regel geht man von ca 10 % Ausfall beim Korkverschluss aus. Aus der Praxis kann ich sagen : Entscheidet man sich für hochwertige Korken, ist bei weitem nicht 10 % Ausfallquote zu verzeichnen. Ein weiterer Vorteil des Korkens ist natürlich das der Wein sich weiterentwickelt !
Nimmt man als Verschluss : Schraubverschluss, Kronkorken oder Glaskorken so ist der Korkschmecker aber auch die Weiterentwicklung des Weines natürlich ausgeschlossen.
Rein Getränketechnologisch und Chemisch gesehen ist die beste Verpackung : Bag in Box ( eine Art TetraPack mit Plastikschlauch innen und kleinem Zapfhahn ) absolut Neutral, Licht und Sauerstoffdicht, und selbst beim "zapfen" kommt kein Sauerstoff rein da sich der Plastikschlauch zusammenzieht !
ABER : Zu einem GUTEN Wein gehört einfach ein Traditioneller KORKEN !
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