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Etiketten - der äußere Schein

Alex, 06.02.2008

Wie bereits hier nehmen wir wieder an der Weinrallye teil, welche heute von Iris Rutz-Rudel vom Weingut Lisson ausgetragen wird. Das Thema lautet Etikettentrinker, also alles rund um eine ansprechende oder eben gerade nicht ansprechende Verpackung.

Wir beschäftigen uns hier mit ansprechenden Etiketten, dazu später mehr.

In einem schweizerischen Bergrestaurant im Wallis angekommen, stärkten wir uns vor einiger Zeit mit leckeren Speisen und einem vorzüglichen Wein. Nun ist es nicht schwer, in der Schweiz gute Weine zu finden, dieser jedoch hatte es uns angetan. Kurzum, wir forderten die Quelle dieses flüssigen Genusses von der Wirtin zu erfahren. Diese winkte lächelnd ab und gab uns zu verstehen, dass wir sowieso nie eine Flasche zu Gesicht bekommen würden. Wie bitte? Den Winzer nannte sie und gerne, erzählte aber sogleich ein paar weniger ermunternde Geschichten. Zusammengefasst handelte es sich um ein verschrobenes Weingut, welches im Grunde nicht daran interessiert sei, dahergekommenen Touristen Weine zu verkaufen.

Dank eines sehr selbstbewussten Mitreisenden saßen wir einige Tage später in einem Gewölbekeller bei Brot, Schinken und leckerem Wein. Wir hatten das Unmögliche möglich gemacht und einen jungen Mann aus der Winzerfamilie bequatsch, uns die Gnade einer Verkostung zukommen zu lassen. Diese war nicht nur kostenlos, es wurde auch noch selbst abgehangener vom Dachboden gereicht, welcher mengenmäßig gar nicht enden wollte.

Wir saßen also bei den Winzern Caldelari in Salgesch und ließen uns die vorgestellten Weine schmecken. Auf die Frage nach den unserer Meinung nach sehr ansprechenden Etiketten teilte der Gastgeber mit, dass sie von einer schweizer Kunststudentin, welche nun in Australien studiere entworfen würden.

Caldelari Weinetikett Druck

Beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass je wertvoller der Inhalt, desto schöner das Etikett zu werden schien. So reichte die Palette von gedruckten Etiketten, über für jede Flasche individuell gemalten Etiketten bis hin zu Stoffetiketten, welche wie eine kleine Leinwand wirkten.

Caldelari Weinetikett Stoff

Einem guten Wein gebühre dies, so der Winzer. Dafür verzichte man auf Rückenetikett und Verschlusskapsel, welche ohnehin überflüssig seien. In dem Verkostungskeller standen gesammelte Werke der letzten Jahre, selbstverständlich alles leere Flaschen. Immerhin sei Wein zum trinken und nicht zum Sammeln gemacht.

Caldelari Weinetikett Sammlung

Der äußere Schein wird durch den Inhalt mehr als bestätigt. An diesem Nachmittag rollten so einige Stücke der Winzerkunst über unsere Zungen und lösen heute noch begeisterte Anekdoten aus. Da die Verkostung schon einige Zeit zurück liegt, können wir leider nicht mit Bewertungen der Weine aufwarten. Dies wird beim nächsten Aufenthalt in der Schweiz nachgeholt und es werden sicher auch einige Flaschen Caldelari Wein in unseren Weinkeller wandern.

Bis zur nächsten Weinralley,
Alex

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